Was ist Irisdiagnostik?

Irisdiagnostik ist ein Verfahren, das vor allem Heilpraktiker anwenden, um Krankheiten mittels genauer Analyse der Iris - des farbigen Bereichs, der die Pupille umgibt - zu erkennen. Irisdiagnostik basiert auf der Annahme, dass jedes Organ im menschlichen Körper einen entsprechenden Platz in der Iris hat, und, dass man - ohne die Organe selbst zu untersuchen - alleine durch Betrachten der Iris bestimmen kann, ob Organe gesund oder krank sind.

iris

Welche Idee steht hinter der Irisdiagnostik?

Der Methode liegt die Vorstellung zu Grunde, dass alle Körperteile und Organe über Nervenbahnen mit der Iris im Auge verbunden sind und sich dort entsprechend zeigen. Auf Karten wird die Iris – ähnlich dem Zifferblatt einer Uhr - in verschiedene Segmente eingeteilt. Jedes Segment entspricht einem bestimmten Organ oder Körperteil. So zeigen sich beispielsweise Blinddarm-Beschwerden in der rechten Iris bei etwa 7 Uhr, Lebererkrankungen im rechten Auge bei etwa 8 Uhr und Milz-Leiden in der linken Iris bei etwa 4 Uhr. Die erste irisdiagnostische Karte wurde vom ungarischen Arzt Ignatz von Peczely erstellt, der 1881 das erste Lehrbuch über die Methode veröffentlichte. Die Idee wurde von Ärzten und Heilern weiter erforscht und ausgebaut. Seither sind weitere Iriskarten entwickelt worden. irisdiagnostik

Wie funktioniert Irisdiagnostik?

Irisdiagnostiker betrachten die Regenbogenhaut entweder mit genauem Blick in die Augen (mittels Lupe oder Mikroskop) oder fertigen Farbfotos der Iris an, die sie interpretieren. Aus der Farbe der Iris schliesst der Diagnostiker auf die Konstitution seines Patienten. Aus dem Rand der Pupille und ihrer Reaktion auf Licht auf emotionale Züge. Aus den verschiedenen Strukturen der Iris, den Radialfurchen, Ringen und Pigmentflecken folgert er auf bestimmte Krankheiten oder Schwächen.

Wie unterscheidet sich Irisdiagnostik von schulmedizinischer Augendiagnostik?

Augenärzte können in der Iris (und im Auge) nicht nur Augenleiden erkennen, sondern auch Hinweise auf andere Krankheiten sehen, wie Stoffwechselstörungen und rheumatisch-entzündliche Erkrankungen. Sie gehen dabei jedoch nicht von der Annahme aus, dass sich Körperteile und Organe an bestimmten Stellen in der Iris repräsentieren.

Welche Vorbehalte gibt es gegenüber der Irisdiagnostik?

Die Irisdiagnostik ist nicht unumstritten. Wichtigste Kritikpunkte an der Methode sind: - Die Annahme, dass die rechte bzw. linke Körperhälfte und ihre jeweiligen Organe über Nervenbahnen mit der rechten bzw. linken Iris verbunden sind, ist falsch. Denn die Nervenbahnen aus den Körperhälften kreuzen sich im Hirn. Da das Auge ein Teil des Hirns ist, müsste folglich die rechte Körperhälfte in der linken Iris und die linke in der rechten Iris abgebildet sein. - Die Irisdiagnostik kann keine Auskunft darüber geben, ob die Zeichen auf ein überwundenes, bestehendes oder zu erwartendes Leiden hinweisen. - In einer Vielzahl von Studien ist es nicht gelungen, eine Treffsicherheit der Irisdiagnostik nachzuweisen, die über der zufälligen Treffererwartung liegt.